Tradition

Im Jahr 1961 begann Antonia, die Mutter von Andrea, Zimmer an Gäste zu vermieten. Damals war der Urlaub die klassische "Sommerfrische" die Gäste reisten mit dem Zug an und genossen das Landleben. Nach sehr einfachen Verhältnissen am Anfang - eine Toilette für 10 Gäste plus die eigene Familie - wurde das Haus 1970 umgebaut, "Komfortzimmer" mit Dusche und WC entstanden zu der Zeit. Die Verpflegung der Gäste bestand aus einem einfachen Frühstück - Semmerl, Butter, hausgemachte Marmelade - Mittagessen und einer Jause am Abend. Einige Rezepte stammen aus dieser Zeit und werden auch heute noch gerne zubereitet, wie zum Beispiel  der Germstriezel. Vieles hat sich seitdem wieder verändert, gleich geblieben ist aber die herzliche Gastfreundschaft in einer der schönsten Regionen der Steiermark - das ist gute Tradition!

Das Haus kann einiges erzählen:

Erstmals erwähnt wird das Haus im Jahr 1820, es kam 1909 in den Besitz der Großeltern. Es war als Bauernhaus mit direkt angrenzendem Stall gebaut, zum Teil mit Stroh gedeckt. Bis 1953 gab es kein fließendes Wasser im Haus, auch die Toilette war im Freien, direkt neben dem Misthaufen - durchaus üblich in dieser Zeit und in dieser Region. Heute sieht das Haus so aus.

Bild: Bis 1964 blieb das Haus in dieser Form stehen. Dann musste es komplett abgetragen werden, durch Nässe waren viele Konstruktionen unbrauchbar geworden. Opa, erinnert sich: "Es regnete an mehreren Stellen hinein, außerdem konnte ich in keinen Lagerraum aufrecht hineingehen, es war alles sehr niedrig gemacht". Das kleine Häuschen ist gewachsen, es entstanden im Laufe der Zeit diese Zimmer.

Altes Bauernhaus mit Stall
Familie Maierhofer

Die Vorfahren:

Der Großvater (am Bild sitzend) erbte das Haus von seinen Tanten. Leider verstarb er sehr früh im Alter von 46 Jahren. Mit der Großmutter Cäcilia Maierhofer blieb Antonia, die Mutter von Andrea, allein am Hof. Gemeinsam führten sie die kleine Landwirtschaft. Es waren harte Zeiten und es reichte nur sehr knapp zum Überleben.

Bild: Die Eltern Peter und Cäcilia Maierhofer mit ihren 4 Kindern, Peter, Josef, Maria und Antonia. Mehr über die Familie heute steht hier.

Was die Großmutter erzählen könnte:

Cäcilia Maierhofer lebte von 1895 bis 1982. In dieser Zeit erlebte sie einen großen Wandel in vielen Lebensbereichen: von der Monarchie zur Republik, 2 Weltkriege, der langsame Aufbau  - sie könnte viel erzählen. Den Neuerungen in der Landwirtschaft konnte sie anfangs nie trauen, sah aber doch den Komfort und die Erleichterung der Arbeit.

Bild: Cäcilia mit Andrea, der jüngsten Enkelin, ca. 1976

Cäcilia und Andrea